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  • AutorenbildLotta

Wie entstehen Wasserränder beim Aquarellieren?

Eines der Probleme, die von meinen Teilnehmern am häufigsten genannt werden ist, dass beim Malen Wasserränder entstehen. Wie kann ich sie wieder entfernen? Den einen stören sie, die anderen finden sie gerade schön. Aber wie kommt es eigentlich dazu, dass Wasseränder entstehen?


Wo ein Körper ist kann kein anderer sein.


Meine Physiklehrerin wäre jetzt sicherlich stolz auf mich, leider zu unrecht, denn das ist das Einzige, das ich aus dem Physikunterricht behalten habe. Hier liegt allerdings die Lösung unseres Problems. Wenn wir beim Aquarellieren zu viel Wasser auf das Papier auftragen, drängt es die Pigmente an den äußeren Rand und beim Trocknen entstehen dann diese dunklen Ränder, weil das Pigment sich dort gesammelt hat.



Die Lösung ist also ganz einfach .. oder ?


In der Theorie auf jeden Fall. Einfach nicht zu viel Wasser nehmen. Was aber zu viel ist und was nicht, das hängt ganz von dem Papier ab, das man benutzt. Für die genau optimale Wassermenge braucht es schlicht und ergreifend viel Übung, denn irgendwann kennt man seine Lieblingspapiere und weiß, wie sie auf verschiedene Mengen an Wasser reagieren. Ärgere dich also nicht zu sehr, wenn das ein oder andere Mal Wasserränder entstehen, das passiert mir auch und zwar immer dann, wenn ich ein neues Papier ausprobiere.


Was du aber auf jeden Fall tun kannst, ist deinen Pinsel, bevor du auf das Papier gehst, immer noch einmal an deiner Mischpalette abzustreifen. Dadurch wird überschüssiges Wasser zumindest zum Teil aus deinem Pinsel "entfernt" und du kannst entspannter loslegen. ;)


Du hast schon angefangen und merkst beim Malen, dass es zu viel Wasser ist? Klasse! Bis jetzt ist noch nichts passiert. Du kannst entweder deinen Pinsel an einem Tuch abstreifen und schön trocken machen, damit er das überschüssige Wasser auf seinem Papier aufsaugen kann oder du nimmst dir ein Tuch (ich habe immer ein Stofftuch und eine Packung Tücher auf dem Schreibtisch) und tupfst die Stelle vorsichtig ab.



Und wenn es schon fast trocken ist?


Dann ist Hopfen und Malz verloren. Natürlich nicht. Wenn die Stelle schon trocken ist oder so gut wie, empfehle ich dir persönlich es so zu lassen. Es gibt deiner Illustration einen ganz eigenen Charakter und an manchen Stellen können solche Wasserränder auch richtig dekorativ sein.


Wenn du es allerdings wagen möchtest, kannst du deinen Pinsel einmal in klares Wasser tunken und ihn anschließend gut an einem Tuch abtrocknen, so dass er wirklich nur noch feucht ist, nicht nass. (!) Dann setzt du leicht mit deinem Pinsel an dem Wasser Rand an und versuchst die Farbe ohne Druck mit ganz kleinen kreisenden Bewegungen abzulösen.


Sobald du merkst, dass sie sich löst, streifst du deinen Pinsel wieder am Tuch ab, um die Farbe nicht auf deinem Bild zu verteilen und fängst wieder von vorne an. Klares Wasser - am Tuch abtrocknen - kleine sanfte Bewegungen.


Diese Methode erfordert viel Geduld und Ruhe. Leider gibt es auch keine Erfolgsgarantie, da sich nicht auf allen Papieren die Farbe wieder gut anlösen. Daher überleg dir am besten zwei Mal, ob die Wasserränder wirklich unbedingt weg müssen oder ob sie deiner Illustration nicht vielleicht sogar gut tun. :D



Wenn du bereits ein Lieblingspapier hast ..


Dann probier es doch einfach mal aus. Mach dir mehrere Kreise auf dein Papier, mal mit mehr und mal mit weniger Wasser auf Dem Pinsel. Beobachte was passiert und wie dein Papier reagiert. Es sind Wasserränder entstanden? Umso besser! Dann kannst du dort gleich mal ausprobieren, ob sich die Farbe auf deinem Lieblingspapier gut anlösen lässt.



 

Ich hoffe mein Artikel hat dir vielleicht ein bisschen weitergeholfen und du hast Lust bekommen dein Papier mal auf Herz und Nieren zu testen. ;) Falls du noch Fragen, Probleme oder einfach ein liebes Wort loswerden möchtest, kannst du das gerne in den Kommentaren tun oder mir eine E-Mail an hello@watercolotta.de senden.













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